Das Ausgleichsprojekt

Indien: Energieerzeugung aus Reishülsen

Kurzbeschreibung

Das Projektziel ist, Reishülsen aus Reismühlen als einen nachhaltig angebauten und bisher ungenutzten Biomasserohstoff zur Erzeugung von Dampf und nachfolgend Energie einzusetzen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren wird das Projekt Emissionsreduktionen in Höhe von 228.702 t CO2e generieren.

  • Projekttyp: Erneuerbare Energien, Biomasse
  • Zertifikatetyp: VER
  • Qualitätsstandard: Das Projekt wurde von SGS als übereinstimmend mit dem VER+ Standard validiert und ist als CDM-Projektaktivität registriert.

 

Projekthintergrund

Im Rahmen dieses Projektes werden die Hülsen aus Reismühlen als nachhaltig angebauter und bisher ungenutzer Biomasserohstoff eingesetzt, um Dampf und nachfolgend Energie für das lokale Stromnetz zu erzeugen. Die Biomasse ist im Überfluss aus zahlreichen Reismühlen vorhanden, die sich im Umkreis von 100km um den Projektstandort befinden. Ohne das Projekt würden die Hülsen verfaulen.

Die Stromerzeugungskapazität der Projektaktivität liegt bei 7,7 MW. Es war die erste Anlage in Chattisgarh, die auf Basis von Reishülsen Strom in das lokale Netz einspeiste und national eines der ersten Projekte, welches erneuerbare Energieträger einsetzte. Aufgrund der umfassenden regionalen Kohlevorkommen stammen auch heute noch 90 Prozent der erzeugten Energie des Staates Chattisgarh aus Kohlekraftwerken.

Die Reduktion der Treibhausgase und die Aussicht, dafür CO2-Gutschriften zu erhalten, waren wesentliche Faktoren bei der Investitionsentscheidung. Die Errichtung einer üblichen Kleinenergieanlage auf Basis von Dieselkraftstoff wäre die ökonomisch attraktivere und technologisch risikoärmere Alternative gewesen. Die neue Anlage ersetzt jährlich 45 GWh Stromerzeugung, hauptsächlich aus thermischen Kraftwerken.

 

Nachhaltige Entwicklung

Die Indische Regierung hat im Rahmen der CDM-Genehmigungsrichtlinien Indikatoren für nachhaltige Entwicklung festgelegt, die soziale, ökonomische, ökologische und technologische Aspekte abdecken. Die Projektaktivität trägt folgendermaßen zur nachhaltigen Entwicklung Indiens bei:

Sozio-ökonomische Vorteile: Das Projekt wird in einem ländlich-rückständigen Gebiet realisiert und schafft dort direkte und indirekte Arbeitsplätze im Bereich der qualifizierten Jobs für Betrieb und Instandhaltung der Anlagen. Das Projekt trägt außerdem dazu bei, die Bedarfslücke zwischen Stromnachfrage und -angebot auf lokaler und nationaler Ebene zu verringern. Die zunehmende Nachfrage nach Reishülsen durch die Projektaktivität hat lokale Auswirkungen auf den Preis und führt zu steigenden Einnahmen bei den Reismüllern.

Ökologische Vorteile: Durch die Substitution der Stromerzeugung auf Basis konventioneller Brennstoffe zugunsten erneuerbarer Energieträger reduziert das Projekt CO2 Emissionen und spart die entsprechende Menge fossiler Energieträger ein.

Technologische Vorteile: Die Anlage setzt eine neue, moderne und umweltfreundliche Technologie ein und hilft, diese nachhaltig und Wohlfahrt steigernd zu implementieren.

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